Stillstand wegen Corona – die Krise sinnvoll nutzen, Arbeiten in Recht und Steuerangelegenheiten

Bei allen Unsicherheiten und Schäden, die durch die Coronakrise hervorgerufen werden, muss man versuchen, wenigstens teilweise den Stillstand zu nutzen: Jetzt ist Zeit für zum Beispiel aufgeschobene und fällige Organisationsmaßnahmen, eine Optimierung der Unternehmensstruktur und die Vorbereitung der Mitarbeiter- Kommunikation für die Zeit nach der Krise.  Das beinhaltet auch Arbeiten in Rechts- und Steuerangelegenheiten.  

In vielen Unternehmen ist wegen des Coronavirus  Stillstand angesagt. Eine große Zahl der Mitarbeiter ist im Home Office und wegen Covit 19 werden Termine abgesagt. Geschäftsabschlüsse verzögern sich, mögliche Kunden überdenken ihr finanzielles Engagement, Umsätze brechen ein.

Negative Auswirkungen – aber nicht zu ändern. Die Dauer dieses für jeden Unternehmer und insgesamt unbefriedigenden Zustands ist nicht abzusehen. Das hängt letztendlich auch davon ab, inwieweit die Maßnahmen, die von Seiten der Behörden zur Eindämmung  der Infektionszahlen verordnet wurden,  greifen. Das wiederum hängt auch davon ab, dass sich jeder daran hält.

Unsicherheit allerorten.

Aber: Kann man überhaupt auch Positives für das Unternehmen aus dieser Krise ziehen? Wie kann man aus der Not eine Tugend machen?

Vielleicht ginge das ja so:

Wenn schon das Geschäft lahmt und der Umsatz einbricht, kann man wenigstens aufgeschobene Organisations- , Umstrukturierungs-   und Veränderungsmaßnahmen angehen. Man kann Konzepte erarbeiten, diese umsetzen und das Unternehmen so für die Zeit nach der Krise wappnen. So kann man  -zumindest in organisatorischen Bereichen- besser aus der Krise hervorgehen.

„Nutzen wir den Stillstand für einen Frühjahrsputz“ könnte die Botschaft an die Führungskräfte und die Mitarbeiter sein. Hier können auch Mitarbeiter im Home Office eingebunden sein und bleiben.

Das bezieht sich auch auf immer wieder aufgeschobenen Maßnahmen aus dem Bereicht Recht & Steuern.

Dazu einige Beispiele:

– Vertragsmanagement Grundstruktur: Häufig fehlt es gerade mittelständischen Unternehmen an einheitlichen Vertragsmustern und oft gibt es keine Vorgaben und keinen Standard. Welche Vertragsregelungen in Verträgen mit Dritten werden ohne weiteres akzeptiert oder bei welchen Vereinbarungen muss die Rechtsabteilung oder externe Anwälte herbeigezogen werden ?

Whistleblowerschutz: Ab 2021 müssen Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern aufgrund einer neuen EU-Richtlinie Maßnahmen zum Whistleblowerschutz ergreifen. Hier sind umfangreiche Arbeiten erforderlich, die vor allem Unternehmensleitung und Mitarbeiter zeitlich binden werden. Diese kann man jetzt schon durchführen. Denn dass die Richtlinie kommt, ist beschlossene Sache.

 

– Vertragsmanagement Bestandsverträge : Mitarbeiter könnten beauftragt werden, bestehende Kunden-, Liefer-, und Dauerverträge zu sortieren, (Kündigungs-) Fristen zu notieren, die AGBs zu überarbeiten

– Arbeitsrecht: Optimierung der Mitarbeiterkommunikation, Mitarbeiterschulung in rechtlichen und steuerlichen Angelegenheiten, Schulung DSGVO

– Compliance: Einrichtung /Optimierung/Überarbeitung des Compliance  Management Systems, hierzu auch Mitarbeiterschulung, Training. Erstellung von Informationsunterlagen zur Compliance

– Steuern, Buchführung, Buchhaltung: in diesen Bereichen kann man immer optimieren. Es können in Abstimmung mit den Steuerfachleuten und den mit Steuern und Buchhaltung befassten Mitarbeitern die Unterlagen geordnet, steuerliche Arbeiten, die man unter Umständen erst am Jahresende erledigt, vorgezogen werden, Mitarbeiter können geschult werden und es können interne Richtlinien etwa zur Kostenabrechnung durch die Mitarbeiter, Reisekostenabrechnungen etc. erarbeitet werden.

– Schulungen: die durch Covid 19 erzwungene Zwangspause kann für Fortbildungen und Schulungen der Mitarbeiter genutzt werden. Dies schließt Fortbildungen in Rechts-und Steuerfragen ein, aber auch Vertriebsschulungen, Schulungen im Bereich der Mitarbeiterführung, dem Arbeitsrecht oder der Betriebsorganisation.

 

Es gibt sicherlich viele andere Bereiche, in denen man aktiv werden kann. Wie oft hört man in normalen Zeiten:

„Das machen wir mal, wenn dafür Zeit ist.“

Die Zeit ist jetzt dafür da.

Nutzen Sie diese, damit zumindest die Organisation Ihres Unternehmens gestärkt aus der Krise hervorgeht.

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Rückel & Collegen